Schulleiter:innen | Endlich Chancen für Auf- und Quereinsteiger:innen?

 

 

 

Wo und wie findet man heute noch Schulleiter:innen? Wer einen Blick in den Stellenmarkt wirft findet zahlreiche offene Stellen an Volksschulen. Schulleiter:innen werden überall gesucht - und leider nicht immer gefunden. Da wir seit 15 Jahren Gemeinden und Schulbehörden bei der Stellenbesetzung und der Rekrutierung von Schulleiter:innen unterstützen, hier einige Gedanken dazu. 

 

 

Das Wunschprofil vieler Gemeinden und Schulbehörden für Schulleiter:innen

Schulleiter:innen müssen Tausendsassas sein. Sie müssen die modernen pädagogischen Konzepte kennen. Sie müssen eine Draht und viel Verständnis für die Arbeit der Lehrpersonen haben. Sie müssen die gesetzlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen der Gemeinde und die kantonalen Vorgaben kennen und beachten. Sie müssen verstehen, wie die kommunale Behörde funktioniert. Sie müssen mit verschiedensten Anspruchsgruppen kommunizieren können - selbstverständlich adressatengerecht. Eltern haben andere Bedürfnisse und Sichtweise als Lehrpersonen; die kommunale Aufsichtsbehörde wünscht sich eine tolle Schule mit klaren Budgetvorgaben und wenig Kostensteigerung. Die Schülerinnen und Schüler stehen im Fokus und haben das Recht auf eine individualisierte, ressourcenorientierte und zukunftsorientierte Bildung. Die Lehrpersonen wünschen sich gute Rahmenbedingungen für ihre berufliche Tätigkeit. und, und, und ....

 

Kein Wunder, wünschen sich Behörden bei der Rekrutierung von Schulleiterinnen und Schulleitern erfahrene Führungspersonen aus dem schulischen Umfeld mit pädagogischer Grundausbildung. 

Wo ist der Schulleitungs-Nachwuchs?

Warum ist der Arbeitsmarkt so augetrocknet?

Der Arbeitsmarkt für Schulleiterinnen und Schulleiter ist mehr als ausgetrocknet. Über die Gründe dafür können wir nur mutmassen. Sicher spielen die grossen Anforderungen und Erwartungen für diese Funktion eine grosse Rolle. Die (emotionale) Belastung für Schulleitende ist mitunter gross. Es ist gar nicht so selten, dass Schulleiter:innen an einem Burn-Out erkranken. Emotionale Erschöpfung ist da öfters anzutreffen. Nach der Pandemie gibt es zudem viele Schulleitende, die aktuell ihre Stelle nicht wechseln möchten. Lieber bleiben Sie am aktuellen Ort um nach zwei Jahren "Corona-Management" doch noch etwas in "ihrer Schule" bewegen zu können. 

Etwas scheint uns aber besonders relevant zu sein: Was wurde in den letzten 10 Jahren ganz konkret für den Nachwuchs von Schulleiterinnen und Schulleitern getan? Die Ausbildungen auf Hochschulstufe waren oft nur möglich, wenn bereits ein Job in der Schulleitung auf Nummer sicher war. Und die anstellenden Behörden wollten nur Schulleitende anstellen, die bereits eine Ausbildung auf Hochschulstufe (zum Beispiel ein CAS oder DAS) nachweisbar war. Viele Schulen und Gemeinden haben auch darauf verzichtet, den eigenen Nachwuchs selbst aufzubauen und zu entwickeln. Zum Beispiel, in dem man interessierten Lehrpersonen eine tiefprozentige Stelle als "Schulleitungs Stellvertretung" geschaffen und angeboten hätte.- 

Ein Plädoyer für Aufsteigerinnen und Einsteiger

Schulleitung ist lernbar.

Sowohl Gemeinden, Schulen und Schulleitungsinteressierten bietet die aktuelle Situation auf dem Arbeitsmarkt grosse Chancen. Wir sind der Meinung: Schulleitung ist lernbar. Fachkompetenz im pädagogischen und organisatorischen Bereich sind natürlich wichtig. Aber die meisten Menschen können sich diese Fachkompetenzen sehr gut aneignen. Unser Vorschlag: Gebt Aufsteiger:innen und Quereinsteiger:innen eine Chance. Bei der Rekrutierung und Anstellung von Schulleiter:innen sollte besonders auf die folgenden Aspekte Wert gelegt werden. Dann gelingt auch der Quereinstieg und der Aufstieg in eine Schulleitungsfunktion: 

  • Bildung, Bildungsmanagement und das erfolgreiche Führen einer Schule ist "peoples business". Wir erwarten von Lehrpersonen die Fähigkeit, gelingende Beziehungen zu den Schülerinnen und Schülern gestalten zu können. Und genau das ist auch eine der Kernaufgaben von Schulleitungspersonen. Menschen mit dem Potenzial, Beziehungen auf Augenhöhe zu allen Menschen in der Schule gestalten zu können, erfüllen bereits eine wesentliche Voraussetzung für den Job als Schulleiter*in. In der Auswahl von Nachwuchskräften sollte darauf besonderes Augenmerk gerichtet werden. 

 

  • Lehrpersonen sind die Profis. Deshalb wurden sie in der Schule angestellt. Schulleiter:innen sollten den Lehrpersonen mit dieser Haltung begegnen. Angehende Schulleiter:innen sollten die Haltung mitbringen, in den Lehrpersonen genau diese professionelle Ressource zu erkennen. Den Fokus auf das Gelingende richten, Potenziale erkennen und Stärken zu stärken schafft eine solide Basis für eine Vertrauenskultur. Das ist eine Führungshaltung, die Voraussetzung zum erfolgreichen Führen und Gestalten einer Schule ist. 

 

  • Interesse, Neugier und Liebe zum Lernen: Angehende Schulleiterinnen sollten eine ausgeprägte Neugier mitbringen. Es gibt Vieles zu erfahren, Vieles zu lernen. 

  • Geduld und eine Portion Bescheidenheit: Die Einarbeitung in eine Schulleitungsfunktion dauert lange. Nicht nur mehrere Monate, sondern mehrere Jahre. Viele Prozesse im Schulbetrieb finden genau einmal pro Jahr statt. Ist beispielsweise die Stundenplanung einmal erfolgt und man erkennt, dass hier beim nächsten Mal Verbesserungspotenziale vorhanden sind, dann dauert es genau ein Jahr, bis diese Verbesserungen realisiert und umgesetzt werden können. Geduld ist angesagt.

  • Support durch die anstellende (kommunale) Behörde. Menschen, die unter anderem die oben genannten Anforderungen erfüllen haben sehr gute Voraussetzungen, die Tätigkeit "Schulleitung" zu lernen. Idealerweise ermöglich die anstellende Behörde den Novizen noch eine fachliche und persönliche Begleitung/Coaching. Neueinsteiger:innen einfach sich selbst zu überlassen erachten wir als gefährlich. Das Risiko, in der Aufgaben- und Anforderungsflut unterzugehen ist gross. Eine professionelle Begleitung wirkt diesem Risiko entgegen. Aus dem Risiko wird dann eine Chance zur persönlichen Weiterentwicklung.

In der Rekrutierung auf diese persönlichen Skills achten

Bei der Rekrutierung von Schulleiter:innen - ganz besonders bei Neu- und Quereinsteigerinnen - legen wir einen besonderen Fokus auf die oben beschriebenen Skills. Das tun wir in strukturierten Vorstellungsgesprächen, beim Einholen von Referenzauskünften und mit der Unterstützung durch die PSI-Analyse der Universität Osnabrück. 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0

Aktuelle Stellenangebote und Jobs für Schulleiterinnen und Schulleiter finden Sie in der Rubrik "Stellenangebote"


laufende Projekte und Mandate für Schulen, Schulleitungen und Schulbehörden (inkl Stellenangebote für Schulleiter*innen)

  • Co-Schulleitung ad interim Primarschule in Lohn-Ammannsegg/SO
  • Begleitung der Entwicklung "gemeinsame Schulstrukturen" im hinteren Thal  (SO)
  • diverse Coachings für Schulleiter*innen (fachliches und persönliches Coaching; Zyklus 1, 2, 3)
  • Erarbeiten von Organisationsdokumenten (Funktionendiagramm, Stellenbeschreibungen, Schulordnung)
  • diverse Strategie-Workshops für Schulbehörden (kommunale Aufsichtsbehörden)

eine Auswahl kürzlich abgeschlossener Projekte für Schulen, Schulleitungen und Schulbehörden

  • Rekrutierung der Schulleitung Diemtigtal/BE
  • Workshop mit den Gemeinderäten des Schulkreises HOEK (Halten, Oekingen, Kriegstetten).
  • Rekrutierung der Schulleitung Trimbach/SO
  • Rekrutierung der Schulleitung Niedergösgen/SO
  • Rekrutierung der Gesamtschulleitung Fischenthal/ZH
  • Rekrutierung und Beratung bei der Anstellung der Zyklusleitungen (Schulleitung) in Balsthal/SO
  • Rekrutierung der Gesamtschulleitung Biberist/SO und Balsthal/SO
  • Rekrutierung von 3 Schulleitenden in Binningen/BL
  • Schulleitung ad interim in der regionalen Schule äusseres Wasseramt (Solothurn)
  • Rekrutierung der Schulleitungsnachfolge für den Zweckverband KSU (Hägendorf, SO)
  • Beratung der Gemeinde Balsthal/SO im Bereich Schulstrukturen und Schulstrategie
  • Strategieworkshop mit der Schulbehörde und der Schulleitung der Gemeinde Gerlafingen/SO