Alles Strategie, oder was?

Ticken Schulen wirklich so anders, als andere Organisationen oder Unternehmen? In vielen Aspekten sicher. So, wie die öffentlichen Schulen aufgestellt sind, haben Sie oftmals Aufgaben und Ziele, die nicht mit privatwirtschaftlichem Denken und mit rein wirtschaftlich orientierten Sichtweisen diskutiert und gelöst werden können.

 

Doch eines ist vielen Institutionen gemeinsam. Es gibt eine strategische Ebene und eine operative Ebene. In Beratungssituationen bei Schulbehörden und im Kontext von Schulstrukturen sind häufig eine zu deutliche Vermischung der beiden Ebenen Ursache für Konflikte oder Schwierigkeiten im Schulbetrieb. Doch was konkret bedeutet "Strategie" für eine öffentliche Schule? Ganz grundsätzlich unterscheidet sich diese Fragestellung nämlich nicht von der Situation in anderen Organisationen oder privatrechtlichen Unternehmen. Die strategische Ebene muss die Erfolgspotenziale für die Zukunft sicherstellen. Dabei soll und muss die strategische Behörde der Schule (zum Beispiel der Vorstand eines Zweckverbandes, der Gemeinderat, die Schulkommission etc.) sich also um die langfristige Stossrichtung, die langfristige Ausrichtung der Schule kümmern. Dabei sind Entscheide zu fällen über die anzustreben der Qualität, die Art und Weise der Einbettung der Schule bei den Anspruchsgruppen (zum Beispiel Vereine im Dorf oder in der Umgebung), die Sicherstellung der Finanzierung und ähnliche weitere Fragen unter langfristigen Aspekten. In der Praxis ist allerdings häufig festzustellen, dass sich die strategische Ebene einer Schule zu stark ins taktische oder operative Tagesgeschäft einmischt. Ich habe erlebt, dass eine Schulbehörde mitentscheiden wollte, bei welchem Büroartikelhändler die Hefte und Bleistifte für die Schüler gekauft werden sollen. Erachten Sie das als extremes Beispiel? Kann sein. Die Erfahrung zeigt aber, dass das häufiger geschieht, als angenommen wird. Die strategische Ebene muss mit der operativen Ebene klare Erwartungen teilen und diese möglichst klar ausformulieren. Das "Was" ist entscheidend, nicht das "Wie".  Dabei ist eine enge, vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Schulleitung - also mit der operativen Ebene - von zentraler Bedeutung. Die folgenden Inputs können helfen, die Zusammenarbeit mit der Schulleitung zu verbessern:

 

  • Weiss die Schulleitung, was wir von ihr erwarten?
  • Haben wir möglichst konkrete Ziele besprochen und festgehalten?
  • Wie viel Wertschätzung geben wir der Schulleitung?
  • Stehen wir als strategische Behörde voll und ganz hinter der Schulleitung, oder haben wir auch Zweifel?
  • Geben wir der Schulleitung die Möglichkeit, Einfluss zu nehmen?
  • Erklären wir der Schulleitung die Entscheidungen der strategischen Behörde? Können wir mit unseren Entscheidungen Sinn stiften?

 

Es lohnt sich ungemein, sich in der strategischen Schulbehörde immer wieder zu fragen: Ist das wirklich unsere Aufgabe?" Bei Unklarheiten in diesem Themenbereich braucht es manchmal gar nicht viel. Ein kleiner Workshop oder eine kleine Diskussion hilft oft schon grosse Schritte weiter.

 

In diesem Sinne wünsche ich allen Mitgliedern in strategischen Schulbehörden viel Erfolg bei der spannenden Aufgabe, diejenigen Entscheidungen zu fällen, die der Schule nachhaltig und langfristig Erfolgspotenziale schaffen.

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